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Rezensionen | |||||||||
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Der promovierte Thomas Vogel ist ein Intellektueller mit Tiefenschärfe. Er möchte seinen Roman verstanden wissen als eine Geschichtensammlung "über das, woran unser Herz hängt und was unser Leben ›hinter den Dingen‹ ausmacht". Was ihn antreibt, ist die Lust auf eben solche Geschichten, "auch die eigenen". (...) "Hinter den Dingen" ist ein Werk, das nach der Lektüre nicht einfach beiseite gelegt werden möchte. Wer sich auf Thomas Vogel einlässt, wird bereichert durch eine Vielzahl von Anregungen zum Weiter- und Überdenken, ausgehend von theologischen und philosophischen Impulsen. Aber diese Herausforderungen machen Spaß, weil sie nicht im Gewand akademischer Sprachnüchternheit daher kommen, sondern auch Raum lassen für anekdotische Heiterkeit. Thomas Vogel beendete seine Lesung mit der Erkenntnis: "Wer schreibt, braucht vor allem einen langen Atem." amüsant, spannend und fesselnd zu lesen ist. Dem Tübinger Autor ist das mit seinem neuen Roman gelungen. Ein Roman ist es im klassischen Sinne eigentlich nicht, sondern eine biografische Sammlung von Erzählungen, die ihre Wurzeln in Begegnungen haben. Sein persönliches "Musée sentimental" nennt der frankophile Sprachartist diese Aufzeichnungen der Dinge und Menschen, der Gespräche, Erzählungen und Befindlichkeiten, die sein Leben bestimmt haben. Stets liebevoll und verstehend kommt er sich selbst und anderen näher, versucht Faszinationen auf den Grund zu gehen. Da taucht der Philosoph Ernst Bloch genauso auf wie die Taschenbibel, die Gitarre, die Mundharmonika, der Steiff-Löwe. Leonhard Cohen und Schmuel Gogol erzählen Geschichten. Aber auch ganz viele Naturbeschreibungen gibt es, wobei das Meer in Frankreich gut wegkommt, der Schwarzwald weniger. Alles kommt mit leichter Feder daher, selbst komplexe Sachverhalte kann Vogel verständlich machen." Ulrike Kieser-Hess, ekz
Vogels Lesung
berührte und hinterließ beim Publikum
die Frage nach den eigenen Herzensdingen. Esslinger Zeitung
"Wort für Wort ist Ihr Roman eine Kostbarkeit für den Leser. Er ist ein Feuerwerk an Informationen. Und es ist eine Pracht, zu sehen, wie sich Philosophie und Humor ergänzen können." Andrea Kollbeck,
Buchhändlerin
Dur und Moll Der Autor Thomas Vogel liest, musikalisch begleitet von Heiner Kondschak, aus seinem neuen Buch. Zuerst war da die Beule. „Wenn du zwei Wochen zu spät und dann noch mit einer Beule auf dem Kopf zur Welt kommst“, so beginnt der Tübinger Erzähler Thomas Vogel seine Lesung im Festsaal der Freien Waldorfschule Balingen. Der Zuhörer wird erfahren, dass das bei der Verwandtschaft als besorgniserregend angesehene Mal „des dummen Buben“ aber bald verschwinden wird. Den Beulen des Lebens nachzuspüren und gleichzeitig das Versöhnende in der Welt zu erkennen, in dieser Mission ist der Autor in seiner neuen Erzählung (Roman?) „Hinter den Dingen“ unterwegs. Das autobiographische Element in seinen Geschichten ist unschwer zu erkennen, auch wenn Thomas Vogel am Anfang die erzählerische Distanz zu seiner frühen Kindheit durch das literarische „Er“ nutzt: Kaum ist die körperliche Beule vergangen, tut sich eine seelische Wunde im Leben des jungen Schulbuben auf. Der verhasste Lehrer Schleim lässt ihn „bis zur Vergasung“ als Strafe schönschreiben. Ein Pädagoge aus Nazizeiten lehrt noch in den fünfziger Jahren das ewig Gestrige und stürzt den Knaben in eine erste Sinnkrise. Wie gut, dass es da auch den geradlinig-klugen Großonkel in der Familie gibt, der sich der Vergangenheit stellt und dem Jungen die Welt zu erklärt sucht. Der Onkel erzählt von dem Nazi in der Familie, der einen Juden vor den Schergen Hitlers versteckt hatte und später von diesem Juden bei der Entnazifizierung entlastet wurde. Hier die Deformation (Lehrer), dort die Information (Onkel). Diese Dialektik wird dem Zuhörer im Weiteren immer wieder in den unterschiedlichsten Bildern begegnen: Da das (Bade)-Salz in der engen häuslichen Wanne, das in den Augen brennt, dort das herrliche Salz des Mittelmeeres auf der Haut, welches das Gefühl von Freiheit gibt und den Horizont weitet. Oder in der vielleicht schönsten und bewegensten Geschichte des Buches vom kleinen Waisenjungen, der sich nichts sehnlicher als eine Mundharmonika im Tausch für seine Milchzähne wünscht und dann gleich zwei kleine Instrumente in seinen Händen hält. Eines in C-Dur, das andere in A-Moll. „Ich habe das noch nicht verstanden, aber ich habe schon gefühlt, das eine ist fröhlich und das andere ist traurig“, so berichtet es der alte Schmuel im Nachblick Thomas Vogel. Dies ist gerade in unserer nach Effizienz und Optimierung schielenden Zeit ein wichtiges und vor allem richtiges Signal des Autors: Es gibt immer zwei Seiten. Beide gehören zu einer Medaille. Das Eine ergibt das Andere. Ein weiters Beispiel. Da lädt die modisch schicke, ungeliebte und verachtete Einkaufspassage in Frankreich plötzlich doch zum Verweilen ein. Denn Leonhard Cohen (für ihn tief religiös und erotisch zugleich) singt dort „Bird on a Wire“. Es wird sogar ein Kaschmir-Pullover gekauft; und daraus ergibt sich eine ganz andere Geschichte, an deren Ende eine tiefe Freundschaft steht. Thomas Vogel hat Heiner Kondschak mitgebracht, der ihn bereits zwischen den vorgelesenen Kapiteln musikalisch auf seiner Gitarre begleitetete. Nun singen sie eben dieses epische Lied von Leonhard Cohen, und die Wahrhaftigkeit der Schilderung des Autors erfährt nochmals einen Schub. Singen kann er also auch noch, dieser Thomas Vogel, der bereits mit seiner bühnenreifen, spannungsbetonten Stimme seiner eigenen Erzählung die nötige Kraft gegeben und so das Publikum in seinen Bann gezogen hat. Im Kapitel über den unendlich gelehrten Professor Ernst Bloch (der Großonkel auf einer höheren Stufe?), der dem jungen literarischen Alter Ego im Tabakdunst die Welt erneut erklärt, gibt Thomas Vogel offen seine Wurzeln und Prägung preis: die Begeisterung für die Philosophie und die Anekdote, aber auch die Lust am „Fabulieren“. (Ah ja. - Diese Geschichte mit der smarten Redakteurin Sarah, mit der er vormals eine kurze, aber heftige, unfreundlich endende Romanze hatte, und deren wieder erkannte Stimme ihn am Telefon, welches an seinem Lieblingsplatz ,einem Stehpult, steht, aus dem Gleichgewicht bringt. „Ich schwankte, wie auf Schiffsplanken bei hoher See“) Sie ist es aber, die ihn dazu ermuntert, ernsthaft hinter die Dinge zu sehen. Die Musik begleitet nicht die Lesung, nein, sie vertieft sie und bereichert sie atmosphärisch. Gerade wenn die Verwerfungen des Lebens brutal zutage treten und im todbringenden Konzentrationslager das beschwingte jiddische „Bei mir bist du scheen“ gesungen wird, dann braucht es die Intonation des Liedes, um diesen sinnlich aufwühlenden Widerspruch nachzuvollziehen. Und unumgänglich für die zahlreich erschienen Oberstufenschüler der Schule, die dieses Lied wahrscheinlich nicht mehr kennen. Auch löblich, dass sie in einem literarischen Workshop in den nächsten Wochen gemeinsam mit Thomas Vogel das Gehörte vertiefenden wollen. Zum Ende seiner Lesung tritt der literarische Ich- Erzähler des Buches immer mehr in den Hintergrund und überlässt das Feld einem Älteren (Thomas Vogel ist Jahrgang 1947): dem Mundharmonikaspieler und Juden Schmuel Gogol. Seine Geschichte ist auch zur Geschichte Thomas Vogels geworden. Es ist nochmals die Geschichte von den unvorstellbar grauenhaften Verwerfungen menschlicher Unmenschlichkeit, wenn Gogol mit dem jüdischen Lagerorchester vor dem Krematorium zur Vernichtung seiner Glaubensbrüder und -schwestern aufspielen muss. Nur indem er die Augen geschlossen hält, kann der Inhaftierte das Unfassbare ertragen, aber das Musikinstrument rettet sein Leben. Es ist die Geschichte von Moll und Dur und von einer chromatischen Mundharmonika mit dem Namen Schmuel Gogol, die die Firma Hohner auch auf Betreiben von Thomas Vogel gebaut hat. Es ist die Geschichte von der menschlichen Größe und der Versöhnung durch die Zeit, wenn der alte Gogol nochmals gegen seinen einstigen Schwur nach Polen reist, um noch einmal an alter Stätte vor dem Krematorium auf seiner Mundharmonika zu spielen. Doch diesmal mit offenen Augen. Was bleibt an diesem Abend? Da schreibt und liest einer gegen das Vergessen. Da spürt einer zielsicher der Dialektik der Dinge nach: Geschichte entwickelt sich immer in Widersprüchen. Genau wie seine Erzählung. Und da weiß einer um den Lohn für den Schmerz dieser vielzähligen Beulen in unserem Leben – Freundschaft, Gnade, Liebe und Versöhnung. Und das Glück, das immer wieder -ganz im Sinne Blochs- durchscheint beim Ent- und Aus-wickeln der Geschichte(n). Geschichtenaufspürer, ja so kann man Thomas Vogel nennen. Ein großartiger Erzähler derselben ist er allemal. Das Publikum sieht es genauso und belohnt mit nachhaltigem Applaus. P.S. Vielleicht hinterfragt mancher nach dieser Lesung oder der Lektüre des Buches aber auch Begriffe wie „Win-Win-Situation“, Win-Loose-Idee und „Loose-Loose-Dilemma. Griffige Formeln aus dem Vokabular der allgegenwärtigen Wirtschaftswissenschaften (weiterhin auch 2012 beliebtestes Studienfach sowohl bei Jungen als auch Mädchen). Die oft eingeforderte widerspruchsfreie Argumentation verstellt den Blick für die Kehrseiten und Möglichkeiten. Wer das Wort „alternativlos“ im Munde führt, starrt immer nur auf die eine Seite der Medaille. Axel Noske,
Schwarzwälder Bote „Über die wirklich wichtigen Dinge im Leben“ Eine vertrocknete Orange, mehr als dreißig Jahre alt, aus dem Garten der Kaiserin Livia ist zweifellos eine besondere Orange, das Herz ihres Besitzers Thomas, dem Ich-Erzähler des Romans Hinter den Dingen, hängt jedoch nicht an ihr, ist es doch nur ein Urlaubsmitbringsel − ein Urlaubsmitbringsel, das er zusammen mit anderen Souvenirs der Journalistin einer Sonntagszeitung präsentiert. Zehn Dinge, die sich im Lauf der Zeit bei ihm zu Hause ansammelten sollte er nennen und zu jedem Gegenstand in wenigen Sätzen etwas Schönes und Amüsantes erzählen. Doch diese eigentlich banale Zeitungsanfrage führt dazu, dass sich Thomas mit jenen Dingen in seinem Leben beschäftigt, die ihm wirklich wichtig sind, so wichtig, dass sie Stoff für einen ganzen Roman bieten. Wichtige und weniger wichtige Dinge Hinter den Dingen, erschienen im Juli 2011, ist der fünfte Roman von Thomas Vogel, langjähriger SWR-Redakteur, Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher, der bei Klöpfer & Meyer verlegt wurde. Dem Roman vorangestellt ist das Rimbaud-Zitat „Ich ist ein anderer“. Wie der Autor, so heißt auch der Ich-Erzähler Thomas mit Vornamen und diesem Thomas flattert eines Tages die eingangs erwähnte Anfrage einer großen Sonntagszeitung ins Haus. Eigentlich nichts, woran er sich beteiligen möchte, doch sein Verleger, wie der Autor schreibt auch der Ich-Erzähler Bücher, spricht ihm zu, es ist ja nicht ehrenrührig und bringt ein wenig Aufmerksamkeit. Thomas, einen Nachnamen hat er nicht, erklärt sich zur Teilnahme bereit und bald stellt sich heraus, dass die zuständige Redakteurin eine frühere Geliebte ist, doch einen Rückzieher kann er nun kaum mehr machen, obwohl ihm an einem Wiedersehen nichts liegt. Zunächst fallen ihm ein paar wirklich wichtige Dinge ein, doch plötzlich erscheint ihm das zu privat und er entscheidet sich für eben jene bereits erwähnten Urlaubsmitbringsel. Obwohl Thomas damit tat was gewünscht war – „Nennen Sie uns zehn Dinge, Erinnerungsstücke, die bei Ihnen zuhause herumliegen, zu denen Ihnen etwas Schönes, Amüsantes und Erzählenswertes aus Ihrem Leben einfällt. Bitte keine Romane! Pro Gegenstand ein bis zwei Sätze“, lautet die wortwörtliche Aufforderung und wer würde auf eine solche Aufforderung hin schon Dinge, die ihm wirklich am Herzen liegen in ein paar wenigen Sätzen abfrühstücken – bekommt er schon am nächsten Tag einen Brief von der ehemaligen Freundin, mit der er sich wider Erwarten doch recht gut unterhalten hat. „Raffiniert, wie du die Aufgabe gelöst hast“, hatte sie ihm zwar zum Abschied gesagt, erwartet hatte sie aber offenbar dennoch andere Dinge, wichtigere eben aus dem Leben ihres ehemaligen Geliebten und so animiert sie ihn dazu, diese Dinge doch wenigstens ihr zu verraten. Das große Schweigen Dadurch infiziert, macht sich Thomas Gedanken über die ständigen, ihm wichtigen Begleiter seines Lebens und vor allem darüber, wo die Quelle ihrer Bedeutung für ihn zu suchen ist. Eigentlich nach Narbonne gefahren um an seinem Buchmanuskript zu arbeiten, beginnt er nun seine Überlegungen zu Papier zu bringen. Etliche Dinge fallen ihm ein, manche begleiten ihn seit seiner Kindheit, die meisten kamen im Erwachsenenalter hinzu und irgendwie hängen alle diese Dinge mit einer Beule zusammen, die Thomas von Geburt an begleitet, ja einen beträchtlichen Anteil daran hat, dass aus dem Erzähler wurde, was er ist. Genau genommen handelt es sich um eine nicht mehr vorhandene Beule, die er nach der Geburt am Kopf hatte und die dafür sorgte, dass der kleine Tom auch noch als sie längst verschwunden war, verhätschelt und in Watte gepackt wurde, denn von Zeit zu Zeit machten sich die Eltern Sorgen, sie könne wiederkommen. Als dem kleinen Jungen, wie der Autor wächst er in Sindelfingen auf, all dies wiederfährt, befindet man sich in den Nachkriegsjahren, doch über den Nationalsozialismus, vor allem über den Mord an den Juden spricht man nicht, nicht in der Schule, wo noch ehemals stramme Nazis unterrichten und eigentlich auch nicht zuhause. Es bleibt einem gütigen Großonkel überlassen, den Jungen in einem Gespräch darüber aufzuklären. Dieses Gemisch nun, aus der Sorge der Eltern der Beule wegen und dem Gefühl, dass in der nahen Vergangenheit schreckliche Dinge passierten, über die man nicht offen redet, wirkt irgendwie bedrohlich auf das Kind Tom und so leidet es immer wieder an Ängsten, die sich zunächst darin äußern, dass sich von Zeit zu Zeit mal hier mal dort eine Beule zwickend und zwackend bemerkbar macht und als ihm der Arzt rät, den zeitweiligen Plagegeist künftig zu ignorieren, spürt er sie zwar nicht mehr körperlich, dafür aber drückt sie nun auf das Gemüt. Helfen können da vor allem zwei Dinge, nämlich der Plüsch-Löwe, der ihn seit er denken kann als verläßlicher Freund und guter Zuhörer begleitet und Geschichten, die parallele Welten eröffnen, in die man entfliehen kann. Für den Geschichtsunterricht mit seinen Zahlen und Fakten, in dem die Geschichten einzelner Menschen keinen Platz haben, hat Tom, ohnehin kein begeisterter Schüler, nicht viel übrig, für Geschichten dagegen umso mehr und insbesondere für Löwen-Geschichten, vor allem, wenn sie aus der Bibel stammen. Letztere ist auch so ein ständiger Begleiter, deren Geschichten ihn faszinieren, sogar bei der Auswahl des Studienfaches Theologie, zu dem, der Liebe zu Frankreich wegen, noch die Romanistik kam, spielte sie eine bedeutende Rolle. Die Macht der Musik Mit der Leidenschaft für die Geschichten mithalten kann lediglich die Leidenschaft für die Musik, wobei ja auch sie Geschichten erzählt, nicht nur in ihren Texten und sie kann Menschen verbinden, wie Thomas und den in Frankreich lebenden jüdischen Geschäftsmann Mark Wittenberg, dessen Eltern in Auschwitz ermordet wurden. Zusammengebracht und schließlich auch zu Freunden gemacht, hat sie Leonard Cohen, dessen Musik beide lieben und den der Erzähler später sogar kennenlernen durfte, ebenso wie den Mundharmonikavirtuosen Schmuel Gogol, der der Ermordung in Auschwitz entging, weil er sein Instrument so famos spielen konnte. Auch diesen Beziehungen entstammen besondere Dinge: ein Bild des Juif Errant, eine LP mit Widmung und eine Mundharmonika. All die erwähnten und einige Dinge mehr hatte Thomas also zusammengetragen, als er nach Fertigstellung seines Manuskripts mit der einstigen Geliebten am Strand von Narbonne Plage, wo sie ihn ein letztes Mal besucht, spazieren geht und es ist Sarah, selbst Jüdin, die feststellt, dass es immer wieder „auf die eine oder andere Art jüdische Geschichten“ sind, die hinter den für Thomas so wichtigen Dingen stecken. Thomas hält das für Zufall, sind doch auch ein paar andere Gegenstände darunter und so diskutieren sie nicht weiter darüber. Doch obwohl dieses Buch manchmal von so ernsten Dingen handelt, ist es zugleich auch von erstaunlicher Leichtigkeit und wer über Ernst Bloch oder Camus – der Philosoph und der Schriftsteller gehören auch zu jenen, die den Erzähler zutiefst beeindrucken – nicht viel weiß, muss nicht befürchten, deshalb diesen Roman nicht zu verstehen. Trotzdem Man muss auch nicht wissen, wie viel Autobiografisches in dem Buch steckt, schließlich steht Roman darauf und so erzählt hier nicht der Autor seine Geschichte, sondern der Erzähler, der gedacht wird und dem eine Beule zugedacht wurde, die gewissermaßen eine mehrfache Wandlung erfuhr. Von der Beule am Kopf, über die gefühlte Beule, die auf verschiedene Körperstellen drückt, wurde sie zur auf das Gemüt drückenden Beule und bekam damit eine mehrfache Symbolfunktion zugewiesen, zumal man sie auch als Symbol für das Schweigen über die Verbrechen des Nationalsozialismus, das das Land damals drückte, betrachten kann – so wie man in dem Vorschlag des Arztes, die Beule zu ignorieren, eine Methapher für die Bemühungen der damaligen Zeit sehen kann, die Verbrechen des Nationalsozialismus zu ignorieren. Der erwachsene Thomas aber, begegnet der Beule mit einem Trotzdem, wie er es ausdrückt. Er greift trotzdem zur Gitarre wenn sie aufs Gemüt drückt, macht trotzdem weiter, wiedersteht ihr und vielleicht kam es ja auch wegen dieses Trotzdems zu einigen der Begegnungen mit Menschen jüdischen Glaubens, die auch dazu zwangen, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die einige der Dinge hervorbrachten, die sein Leben „ausmachen und erzählen“, wie es Sarah ausdrückt. Und weil sie möchte, dass auch andere die Aufzeichnungen lesen können, schlägt sie vor, sie als Roman zu veröffentlichen, ganz so wie es eben passt zu einem, der Geschichten so liebt. 3. September 2011 INTERNET: fehrgelesen.de
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zu "Der Park, in dem sich Wege kreuzen" „Ein potenzieller Bestseller! Solche leisen Bücher haben es schwer, aber ihre Kunden. Und sie haben einen zweiten Blick verdient." Christian von Zittwitz, Der Buchmarkt „Mehr als nur eine romantische Geschichte von Liebe und Zufall" Frankfurter Allgemeine Zeitung "Die Geschichte verdichtet sich, nicht wie Gestrüpp, sondern wie ein kühl komponierter Park, dessen Elemente sich nähern, sich wieder voneinander entfernen und sich wieder miteinander verweben ... Das Ende des Romans erinnert an eine Rose aus dem zauberhaften Park des Gärtners Marcel. Auf der einen Seite die wunderschön duftende Blüte einer wiedererwachten Liebe, auf der anderen Seite der Spitze Stachel..." Peter Bausch, szbz "Man möchte die Lektüre am liebsten im Liegestuhl unterm blauen Himmel genießen." Literaturblatt „Gerne
lässt man sich von der verschmitzt weisen
Erzählerstimme in das Labyrinth dieses Romans
entführen. Thomas Vogel schafft es, genau den Ton
zu treffen, der einen ebenso gerne das Tiefe und
Traurige lesen lässt wie das Banale und Lustige.
"Eine
gelungene Verbindung aus Leichtigkeit, Tiefsinn und
Lebensklugheit." büchermenschen „Feinsinnig in der Sprache, anschaulich schildernd, stets von einem augenzwinkernden Lächeln begleitet und lebendig vorgetragen…“ Zollern-Alb-Kurier „Ein umwerfend schönes Buch!“ Eine Leserin „Vogels „Der Park, in dem sich Wege kreuzen“
teilt offenbar Ernst Blochs utopischen Heimatbegriff,
der sie als „etwas, das allen in die Kindheit scheint
und worin noch niemand war“, verstehen will. Auch
Vogels Romanfiguren möchten den Eingang ins
Paradies – der Kindheit, der ersten Liebe, der
Geborgenheit, der Rettung – wieder- finden, sich diese
Schutzräume neu erfinden, sie sich
erschließen… readme.de: http://www.readme.de/rezensionen/der_park_in_dem_sich_wege_kreuzen.php?mode=normal "Eine ganz besonders gelungene Gartenlektüre, ein Gartenroman, ein sehr kluger und spannender noch dazu. Ich habe ihn in einem Zug verschlungen. Und richtig schön geschrieben ist er auch, das reinste Vergnügen! Mehr will ich gar nicht verraten, lest selber. Nur sein Motto möchte ich euch heute noch mit auf den Weg geben: 'Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten'." Sabine Reber, www.blumenundworte.ch |
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zu "Atacama. Die Reise des Lenny Sterne" "Man nehme eine Hymne an die Kraft der Musik, die absolute Faszination einer Landschaft und einen Autor, der perfekt erzählen kann. Das ganze mische man mit einer kräftigen Prise jüdischer Erzähltradition, die die herrlichen Geschichten aus dem Stedl hervorgebracht hat, dann kommt man zu "Atacama" und hat einen Roman, der sofort fesselt. Der Rhetorikprofessor und Journalist Thomas Vogel hat diese Mischung gekonnt gemixt und erzählt schelmisch und liebevoll, wunderbar und ein bisschen philosophisch die Geschichte des New Yorker Starklarinettisten Lenny Sterne... Unaufdringlich gespickt mit Weisheiten ist "Atacama" eine vergnügliche, wohltuende Lektüre." ekz - Informationsdienst "Eine krimihaft spannende, rätselhafte Handlung. Vogel kommt stets rasch zur Sache, klar, konkret und immer wieder ironisch angeschärft. C.B. Stuttgarter Zeitung "Raffiniert aufgebaut beginnt der spannende Roman mit einem Prolog, in dem Lenny Sterne mit seinem Psychoanalytiker streitet... Rhythmische Leichtigkeit, einen schelmischen Ton, die Lebendigkeit gesprochener Sprache und viele Dialoge setzt der Autor dem Bedrohlichen des Themas entgegen... Johanna Walser, Südkurier "Wie
schon in Thomas Vogels beiden anderen Romanen werden
auch hier wiederum die Ein- und Anspielungen
beispielhaft kunstvoll - eben spielerisch - ineinander
verwoben. Der Erzähler Vogel beherrscht das
Handwerk, und wie er Geschichten ersinnt und
ausbreitet, ist das ein ums andere Mal eine
warmherzige Liebeserklärung an den Vorgang des
Erzählens. "...Und
wieder präsentiert er sich als exzellenter
Erzähler. Thomas Vogel hat sich diesen Ruf in den
letzten Jahren mit "Die letzte Geschichte des Miguel
Torres da Silva" und "Rom. Sixtina", zwei
bemerkenswerten, viel beachteten und erfolgreichen
Büchern, erarbeitet ...Wieder ein kunstvoll fein
gewobenes Spiel. Zwischen wundersamer Heilung und
skurril seltsamen Begegnungen. Ein erzähltes wie
gefühltes Labyrinth. Das Licht ganz nah und doch
nicht greifbar. Ein Meer aus Gedanken und Farben. Ein
Meer aus Tönen in immer gewagteren Bildern." - Ulrich
Holthausen, Sindelfinger Zeitung "...Ein Buch, wo Woody Allen hinter jeder Seite hervorzwinkert. Wer wie er über das eigene Antiheldentum lachen will und die Liebe zu Instrument und Melodien nachempfinden kann, fällt in dieser Geschichte wie in ein gemütlich weiches Sofa... " - (ast) Reutlinger Generalanzeiger Zwischen
Hiob und Süskind
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zu "Die letzte Geschichte des Miguel Torres da Silva": "Schön ist das erzählt, phantastisch im doppelten Sinne, und was der alte Ribeiro sagt und philosophiert, das nimmt mich gefangen ..." Felix Huby, Schriftsteller "Ums
Erzählen geht es in Thomas Vogels
heiter-besinnlicher, philosophisch-mathematischer und
doch so lebensnahen und sinnlichen Erzählung..." "Ein
schöner Roman, der von der Mathematik und vom
Erzählen erzählt, vom Verlust, Wiederfinden
und Weiterspinnen von Geschichten - und davon, dass
solange erzählt wird, die 'letzte Geschichte',
also der Tod, nicht unwidersprochen bleibt ..." "Eros.
Logos und die Phantasie: Diese Geschichten von
Freundschaft und Fremdheit, von Tagträumern und
Spitzbuben, von den Liebenden und den Suchenden sind
derart aufgeschrieben, dass man nicht gewillt ist, das
Buch aus der Hand zu legen, bevor man die ganze
Geschichte des Miguel Torres da Silva erfahren hat." "Bei
aller Leichtigkeit des Tons: ein lehrreiches Buch, ...
ein gelungener Versuch fröhlicher Wissenschaft
zwischen Umberto Eco, Antonio Tabucchi und Fibonacci
... Ein intelligentes Spiel von Kopf und Zahl." Ein
Roman, rhetorisch im antiken Sinn, gut erfunden,
wohldurchdacht, streng geordnet und mit beredten
Worten geschmückt: Den Leser erwartet die
bewegende Lektüre einer glänzenden
Geschichte, die gekonnt geschrieben ist." "Eine
märchenhafte Erzählung, in der sich
Wirklichkeit und Geschichten meisterhaft verweben. Dem
Zauber dieses Buches kann sich der Leser kaum
entziehen: großartig." "Die
Geschichte zieht einen hinein in eine Fremde, die
anheimelt: Nicht nur die Landschaftsschilderungen sind
schön und eindringlich, auch das Erzählen
vom Erzählen ist geglückt. Man lernt viel
von Ribeiro; und es ist schön, wie sich die
Spannung nicht durch eine Lösung entlädt,
sondern in ein ruhiges Geheimnis mündet. So kommt
eins zum andern." "Die
zugleich einfallsreiche und auch fachwissenschaftlich
korrekte Montage von Mathematik in die Handlung ist so
stimmig, wie ich es in der Literatur der letzten Jahre
leider nur sehr selten angetroffen habe..." "Die
Mathematik als Metapher der Kunst und des Lebens: eine
magische Mischung von Fiktion, Philosophie und
Wirklichkeit. Nicht science fiction, sondern science
in fiction". "Da ist
Ihnen etwas Zauberhaftes geglückt, was Ihnen so
schnell niemand nachmacht. Alles stimmt zu allem und
die Geschichte fließt, trotz der zunächst
etwas rätselhaft anmutenden Konstruktion so
zwanglos und natürlich, dass der Lesesog
zunehmend an Fahrt gewinnt, bis man am Ziel ist..." weitere
Rezensionen zu Die letzte Geschichte des Miguel
Torres da Silva von www.new-books-in-german.com
und www.internetbookshop.it jeweils
bei der Vorstellung der Übersetzungen. |
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zu "Rom,Sixtina - Das Muster entsteht beim Weben": Michelangelos
Himmelspersonal, die heutigen Paare, Passanten,
schließlich der Autor selbst: Sie finden sich in
einem vergnüglichen Sommernachtstraum wieder ...
Man möchte zusammensitzen mit dem liebenswerten, so
gar nicht teutonisch starrköpfigen Tedesco Markus,
seiner schüchtern angehimmelten Liebe Lina und dem
römischen Freigeist Giovanni ... Ich habe mich
wieder sehr wohl gefühlt in einer Erzählung,
die auf geheimnisvolle Weise ein Stück Süden
in unsere karge Landschaft schmuggelt! Gratulation! Ich bin voll
Bewunderung ob ihrer Kenntnisse der Römischen
Topographie, der italienischen Weine, des Alten
Testaments und der Griechischen Mythologie, die Sie
allesamt mit astrophysikalischem Scharfsinn in ein
ebenso kunstvolles wie phantasiereiches Flechtwerk
verwoben haben - Gelehrsamkeit, Lebensweisheiten und
poetische Vergnügungen in sich verschränkt!
Welch eine geistvolle Lektüre! Welch eine
Liebeserklärung an Rom, Michelangelo, das sinnliche
Leben! Und wie alle schelmischen Erzähler
führt Thomas Vogel seine Leser mit einem leisen
Lächeln zur Wahrheit. Ein kluges Stück
mediterraner Poesie. Ich bewundere
diese Verbindung von heiterer Leichtigkeit und Schwere
im Kunstsinn und in der Philosophie. Sehr schön! Es
war ein großes Lesevergnügen. Und mehr. Wenn ein
Romanautor in Tübingen ehedem Romanistik,
Kunstgeschichte und durchaus auch Theologie studiert
hat, dann könnte er sich diesen Roman auf den Leib
und von der Seele geschrieben haben. Rom, Sixtina ist
auf 200 Seiten nichts weniger als eine geistreiche,
literarische Liebeserklärung an die Ewige Stadt und
an eine Ikone der Malerei im Vatikan. Thomas Vogel
weiß also, wovon er schreibt... Das ganze
Buch ist durchdrungen von einer Bewunderung für die
südliche Lebensweise, ist ein einziges Kompliment
an Rom... Thomas Vogel
ist es gelungen, philosophische Probleme anregend und
amüsant in eine lockere Geschichte einzubetten. |